EGfKAs Ruhrpost

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Ruhrpost#2 // ja nein vielleicht

EGfKA, 13. April

Mensch Mülheim, wie die Zeit vergeht! Eben noch Trinkhalle Agora, jetzt schon April April und Anastrophe soon...

Danke nochmal für das tolle Wochenende! Das war ein schönes erstes Date! Wir haben immer noch Gummischlangen im Bauchnabel und finden Fetzen des ‚Europäischen Traums’ und queere antifaschistische Strategien unter unserem Sofa.

Die Audios vom Symposium WHAT HAPPENED TO THE ‚EUROPEAN DREAM’? am 18. Februar sind jetzt übrigens online – als Andenken, zum Nachhören, Erinnern, Aufwärmen für die nächste Runde.

Apropos next step: Freie Liebe, freies Theater und all das ist ja schön schön. Aber manche Formen von Freiheit, besonders die des Marktes, schlagen ins Gegenteil um. Nicht bloß in unverbindliches Heititei, sondern Konkurrenz, Unfreiheit, innere Leere. Tinder-Theater. Das mögen wir nicht so. Wir stehen nun mal auf echte Beziehungen. Deshalb: Zwei Jahre PERFORMING POLITICS OF CARE!

Aber no pressure, Baby! Wir stehen ja gerade erst am Anfang, wollten das nur schon mal klar stellen.

In einer Woche sind wir also wieder im Ringlokschuppen und nehmen unsere Arbeit, den Faden, das Gespräch wieder auf. Diesmal etwas zurückgezogener, in einem Theaterlabor mit Gästen. Im Zentrum steht dabei nicht mehr das Alte, sondern das, was kommt, wenn wir es richtig anstellen: Die ANASTROPHE.

Was das sein soll? Müsst ihr selbst sehen! Nur soviel: Es wird kosmisch und wild...

Gelegenheiten fürs nächste Date gibt’s am 18. April, wenn der Autor  Philipp Schönthaler einen Vortrag zu Preppers und Survivalists hält, und am Samstag, den 22. April, bei unserer Lecture Performance.

Werden wir uns wieder sehen? Kreuze an!


Das Theaterkollektiv EGfKA (Europäische Gemeinschaft für Kulturelle Angelegenheiten) ist Partner des Ringlokschuppen Ruhr im Rahmen des Doppelpass-Programms der Kulturstiftung des Bundes. In den kommenden zwei Jahren wird das Kollektiv in Kooperation mit dem Ringlokschuppen und lokalen Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft und Polit-Aktivismus „anastrophische“ Zukunftsszenarien entwerfen und theatral erproben.


Ruhrpost#1 // Yes, we care!

EGfKA, 16. Februar

Obama geht, die EGfKA kommt

1 Pfund Rindfleisch in Kraftbrühe/1 Pfund Steaks und Nieren/0,5 Pfund Leber/0,5 Pfund Corned Beef/ 0,75 Pfund „Prem“/ 0,5 Pfund Speck/ 2 Pfund Margarine/1 Pfund Schweineschmalz/1 Pfund Aprikosen-Konserven/1 Pfund Honig/ 1 Pfund Rosinen/ 1 Pfund Schokolade/ 2 Pfund Zucker/ 0,5 Pfund pulverisierte Eier/ 2 Pfund Vollmilch-Pulver/ 2 Pfund Kaffee (Standard Care-Paket von 1947)

Mülheim, wir kommen! Am 16. Februar landet das Theaterkollektiv EGFKA mit internationalen Gästen und jeder Menge Wurst bewaffnet im Ringlokschuppen Ruhr. PERFORMING POLITICS OF CARE heißt die Devise, unter der wir die kommenden zwei Jahre hier arbeiten werden. Denn jemand oder etwas muss doch die Lücke füllen, die der Abgang des sympathischen Drohnenflüsterers aus den USA hinterlässt. Obamacare ist schon fast Schnee von gestern – Knusperflocken im Frühstück des Bösewichts mit der vieldiskutierten Frisur. Wie überhaupt die Ära transatlantischer Bruderschaft, die so schön mit Schmalz, Kaffee und Rosinen begann und vom kalten Krieg bis ins heiße Bagdad so manches Abenteuer erlebt hat. Wer sorgt für uns, wenn Big Brother nur noch Pussys grabben, Araber foltern und überhaupt seinen eigenen Shit machen will? Sicher nicht seine europäischen Klone, deren Rassismus und Sexismus keine Alternative, sondern Zuspitzung neoliberaler Verarmungspolitik mit neo-faschistischen Mitteln versprechen. Willkommen in der Zeit der Monster und Gruselclowns!

Aber fürchte dich nicht, Mülheim! Wir sind da und wir kommen in Frieden. Und yes, we care! Gegen eine krisenhafte Gegenwart, in der die Verwaltung der Angst zur Regierungsform geworden ist, Katastrophenszenarien und Sachzwänge the only game in town sind, setzen wir die ANASTROPHE: Eine im Jetzt gestaltbare Wendung zum Besseren. Gemeinsam mit euch – Menschen im Theater, auf der Straße, im Supermarkt, lokalen Strukturen und translokalen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen – machen wir das Theater zu einem Labor sozialer Imagination und verbünden uns, um die Gegenwart zu begreifen und anastrophische Zukunftsszenarien zu entwickeln. Am Donnerstag 12 Uhr schlagen wir die TRINKHALLE AGORA in der Mülheimer Innenstadt auf. Wir freuen uns, euch dort zu sehen!

Endzeit, Baby? Wir fangen gerade erst an!

Eure EGfKA

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