Sechste Mülheimer Fatzer Tage

Bertolt Brecht

Koproduktionen, Gastspiele, Open Call und Symposium zu Brechts Fragment
14. u. 15. Juli 2017
Brecht1930C Sv Web

Bertolt Brechts Fatzer ist ein visionärer Text, ein Text für die Gegenwart. Entstanden zwischen 1926 und 1930 verhandeln die Szenen, Chöre und Kommentare die aktuellen Fragen einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Der Bestand jedes zivilisatorischen Guts, jedes gesellschaftlichen Fortschritts ist ungesichert. Dabei führen die sozialen, politischen und ökonomischen Probleme immer wieder zu der Frage, wie wir zusammen leben wollen. Und wie wir dorthin gelangen könnten, denkend und handelnd.

Seit 2011 veranstaltet der Ringlokschuppen Ruhr die Mülheimer Fatzer Tage, ein öffentliches Laboratorium, das Bertolt Brechts umfangreiches Textfragment Fatzer unter wechselnden Fragestellungen sowohl szenisch als auch wissenschaftlich untersucht. Das Stück beginnt mit einer Geburt. Auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkriegs entsteigen vier junge Soldaten einem Panzer und treffen eine Entscheidung, die weitreichende Konsequenzen hat. Ihr Anführer Fatzer sagt: „Ich / Mache keinen Krieg mehr / Es ist gut, daß ich / Hier her gekommen bin zu einer / Stelle der Welt, wo ich / Nachdenken konnte drei Minuten lang“.

Die vielfältigen Texte und Textsorten des Fatzer-Fragments, die von der Hoffnung auf eine neue Gesellschaftsordnung und ihrem konsequenten Scheitern handeln, bieten eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten sowohl für Theatermacher*innen, Performer*innen und bildende Künstler*innen und als auch für Wissenschaftler*innen und Pädagog*innen. Mit Eigenproduktionen, Gastspielen, Symposien und seit 2013 auch einem Open Call für junge Theatermacher*innen bieten die Mülheimer Fatzer Tage eine Schnittstelle für inhaltlich gebundene szenische Forschung, die unabhängig davon, ob sie im Rahmen von Festivals, Stadttheatern, Produktionshäusern, Studierendenprojekten oder Jugendclubs entsteht, gleichermaßen relevant ist.

Co-Produzenten

Förderer