The Golden Age of Extremes

kainkollektiv

Performance / Theater
السبت 29. يونيو 2019, 20.00 Uhr

Im heutigen Europa findet das „ZEITALTER DER EXTREME“ seinen Ort. Hier tauchen als längst überwunden geglaubte Zustände von Gewalt und Rassismus, Staatsmacht und Kontrolle, Nationalbehauptung und Kulturhegemonie tauchen wieder auf, so mächtig, dass man sich zuweilen die Augen reibt. Wie ist unsere von nationalen Grenzen und Mauern durchzogene Gegenwart geworden, was sie ist?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen reisen kainkollektiv in Kooperation mit dem Teatr Nowy Krakau gemeinsam nach Sarmatien, eine Region, die einst Grenzland zwischen Europa und Asien war. Von der Ostsee ans Schwarze Meer, von der Weichsel bis an die Wolga reichte Sarmatien und umfasste Gebiete, die heute zu Litauen, Polen, Moldawien, Russland und der Ukraine gehören.

Auf der Suche nach der Zukunft befragen sie die vergangenen Landschaften Sarmatiens, um eine transnationale Karte eines Gegen-Europas zu entwerfen.

Besetzung

VON UND MIT: Patrycja Kowanska, Tomasz Kirenczuk, Florian Lauss, Fabian Lettow, Lili Mihajlovic, Bartosz Ostrowski, Natalia Orkisz, Kristina Peters, Pawel Penarski, Lukasz Stawarczyk, Sara Bigdeli Shamloo, Mirjam Schmuck, Michael Wolke, Alexandra Tivig, Weronika Wronka, Jonas Wiese

Kainkollektiv über The Golden Age of Extremes:

Wir reisen nach SARMATIEN, jener deutsch-polnisch-europäischen Sehnsuchtslandschaft, die einst das versunkene Herz eines vornationalen, vermischten Europas war.

Wie ist unsere von nationalen Grenzen/Mauern durchzogene Gegenwart geworden, was sie ist? Auf der Suche nach der Zukunft unserer Vergangenheit beschwören wir die Landschaften SARMATIENS herauf, die einst von Deutschland über Polen bis Iran reichten & entwerfen damit transnationale Karten eines Gegen-Europas. Über die alten dt.-poln. Gräben hinweg schlagen wir ein theatrales Camp unter dem bestirnten Nachthimmel auf, versuchen unsere gemeinsame Lage, die jetzt eine globale ist, vom All aus zu bestimmen. Lesen fiebernd die poln. & dt. SciFi-Romane nochmal: Lems Sterntagebücher, Laßwitz‘ Auf zwei Planeten. Deuten mit ihnen unsere vergessene gemeinsame Zukunft aus den Sternen. Remixen am Lagerfeuer den außerirdischen Gesang der Toten der Geschichte. Überführen die verhärteten Fronten der Jetztzeit in einen Tanz der Verhältnisse. Legen rituell den sarmatischen Boden zwischen unsren Zelten frei. Schütten die Gräben zu. Durchkreuzen Gewissheiten, was der einen oder andern Zeit/Nation/Geschichte, der Erde oder dem All angehört. Blicken dem ZEITALTER DER EXTREME, das wir bewohnen, ins dunkle Antlitz. Und versuchen es uns, im Licht des Lagerfeuers & der Sterne, als ein GOLDENES auszumalen…

Sieben Fremde, Wanderer, ausgesetzt an einem Ort, dessen Namen sie erst später entdecken- Laliki. Wo befindet sich dieser Ort? Im Südwesten, zu erreichen in ungefähr zweieinhalb Stunden mit dem Auto, fünf Stunden mit dem Zug, fünfzehn Stunden mit einer Pferdekutsche, vierundzwanzig Stunden zu Fuß. Im Winter mit hohem Schnee, im Frühling mit Wasser und in der Nacht mit der Dunkelheit überflutet.

Ein Grenzgebiet, in dem uns die Geschichte beigebracht hat zu sagen: Polen, Slowakei, Tschechien, Russland, Östereich, Ungarn. Das Römische Imperium, Osmanisches Imperium, Sarmatisches Imperium. An der doppelten Grenze zwischen Shilesia und Galicja, Preußen und Polen, Ost und West. Geographisch sowie politisch, aber auch eine mentale Grenze. Ein Ort der Wunder und Zauberei.

In der Performance werden die Performer zu Zwittern zwischen realer Person und historischen Figuren Europas.

Die Bühne wird zum theatralen Camp in dem diese Persönlichkeiten durch die Performer zu uns sprechen und zu Zeitgenossen Sarmatiens werden. Die Zuschauer werden Teilnehmer dieser Reise durch Zeit und Raum.

Ort Ringlokschuppen | Am Schloß Broich 38 | 45479 Mülheim an der Ruhr

Eine Koproduktion von

Gefördert durch