Mvett Beyeme Beyeme

Martin Ambara (Othni)

Theater / Performance
Freitag 26. März 2021 | 20.00 Uhr
Samstag 27. März 2021 | 20.00 Uhr

In den aktuellen Krisen- und Fluchtbewegungen, ausgelöst durch den kapitalistischen Wettlauf, erkennen wir die Wiederkehr der Katastrophen der Mythen und Epen. Eine kulturelle Praxis der gemeinsamen Erzählungen, wie es substantieller Bestandteil der afrikanischen Kultur ist, ist eine Chance für diverse Gesellschaften auf diese Ereignisse zu reagieren, sich neu zu (er)finden.

Mit Mvett Be Yeme Be Yeme wollen OTHNI und Ringlokschuppen Ruhr über die traditionelle Form der rituellen Erzählweise des Mvett eine kollektive, transkulturelle Erfahrung initiieren, die ihre Wurzeln in Kamerun hat und sich in Mülheim neu verbinden will. Ein Geflecht aus Musik, Ritual, Performance, Sprechtheater und kollektiver Feierlichkeit, die sich im gemeinsamen Vollzug ihre Regeln gibt.

Die Mvett-Erzählung transformiert sich in der Verbindung mit zeitgenössischen, performativen Theatermitteln zum Ereignis gemeinsamer Zeitgenossenschaft einer geteilten Welt, die hier im Ritus zusammenrückt.

OTHNi kooperierte mehrfach erfolgreich mit Ringlokschuppen Ruhr. U.a wurde Fin de Mission, gemeinsam mit Kainkollektiv, ins Rahmenprogramm des Berliner Theatertreffens eingeladen.

Über OTHNI

Die Compagnie "Les Ménestrels" hat sich, um ihre Forschungsarbeit zur Ästhetik weiter zu entwickeln, einen Raum namens OTHNI - Laboratoire de Théâtre de Yaoundé geschaffen, dessen Hauptziele darin bestehen:

• Einrichtung eines Aufführungsraums mit dem Schwerpunkt auf kulturelle Aktivitäten.

• Etablierung eines regelmäßigen Programms von Aufführungen und damit verbundenen Aktivitäten im Theater, um Zugang zu den Künsten zu schaffen und so ein Publikum zu gewöhnen und zu binden.

• Schaffung eines Ortes für Innovation, Austausch, Forschung, Reflexion und Produktion, um zur Debatte über Theaterpraxis und -theorie und Kunst im Allgemeinen beizutragen.

• Beitrag zur Ausbildung und Entwicklung der Professionalität in der darstellenden Kunst in Kamerun.

• Eine Plattform für künstlerische Fähigkeiten anzubieten, die den Partnern für jede Zusammenarbeit, Koproduktion, Produktion oder andere Anfragen zur Verfügung steht

Das Theater soll ein Treffpunkt für den Schauspieler und den Zuschauer sein; dieser Ort kann der Spielplatz oder im Allgemeinen der Veranstaltungssaal sein. Es ist auch der Ort, an dem eine Ästhetik entsteht, an dem eine Spielweise entwickelt wird: ein Labor, ein Ort des Experimentierens.

UFOs sind nicht identifizierte Flugobjekte. Ihre Anwesenheit im atmosphärischen Feld der Erde bezeugte die Existenz einer anderen als unserer Intelligenz irgendwo in den Sonnensystemen der Milchstraße. Das Theater hat mehrere Ästhetiken gekannt, die wie UFOs über die theatralische Erinnerung der Welt geflogen sind und von denen wir nur Überreste von Schriften in den Regalen der Bibliotheken aufbewahren und vor allem die Stigmata im Bewusstsein der Zuschauer, die die Zeit miterlebt haben.

Die Compagnie les Ménestrels bezeichnet daher ihren Forschungsort: OTHNI, Objet Théâtral Non Identifié, denn die Ästhetik des Theaters bleibt eine Funktion der Zeit, die sie erzeugt. Da es sich bei der Zeit um chimäre Daten handelt, ist das Ephemere daher die Darstellung, die ihr untergeordnet ist. Was den Begriff der Ästhetik betrifft, so ist er selbst inkonsistent und variabel, je nachdem, ob man von einer Person zur anderen wechselt. Ästhetik kann daher als schwer fassbare Daten betrachtet werden, die manchmal, wie ein UFO, dem Grund der Zeit und des Raumes, der sie erzeugt hat, entgehen.

Über Martin Ambara

Martin Ambara, geboren 1970 in Yaoundé, Kamerun, arbeitete nach mehreren Workshops in den Bereichen Schauspiel und Regie mit verschiedenen Theaterkompanien in Frankreich und Kamerun, unter anderem bei Francois Bingono, David Noundji und Roland Fichet. Mit dem Schauspieler Francois Ebouele gründete er 1999 die Theaterkompanie Les Ménestrels mit der er Methoden von Biomechanik und Biorhythmik umsetzt. Als Autor entstanden verschiedene Theaterstücke, „L’épique des héroïques“ ist im Sammelband „Ecritures d’Afrique“ von Culturesfrance erschienen. Seit März 2010 ist er Leiter des unabhängigen Theaters OTHNI – Laboratoire de Théâtre de Yaoundé. 2007 war er Stipendiat des Programmes Visa pour la création von Culturesfrance und 2008 des Centre National du Livre (Paris). 2010/11 inszenierte er im Rahmen der 50-Jahrfeier des Goethe-Instituts „Faust“ von Johann Goethe in Kamerun.

Ort Ringlokschuppen | Am Schloß Broich 38 | 45479 Mülheim an der Ruhr

Eine Koproduktion von