AndCompany&Co. - Hörspielarchiv

Das Künstler*innenkollektiv andcompany&Co. wurde 2003 von Alexander Karschnia, Nicola Nord und Sascha Sulimma in Frankfurt am Main gegründet. Gemeinsam bilden sie als Ko-Regisseur*innen ein Netzwerk, zu dem stets neue Künstler*innen unterschiedlichster Disziplinen stoßen, um an der Schnittstelle von Theater & Theorie und Politik & Praxis zu arbeiten.

Seit ihrem Lecture Concert 2011 im Rahmen der ersten Mülheimer Fatzertage sind sie regelmäßig mit Koproduktionen im Ringlokschuppen Ruhr, die Geschichte persönlich nehmen. Gegen den Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit setzen sie sich als rastlose Raumfahrer durch den Kosmos der vergangenen und zukünftigen Ideologien, Theorien und Utopien zur Wehr.

Ihr Credo gilt auch für die in Koproduktion mit dem Ringlokschuppen enstandenen Performances Warpop Mixtake Fakebook Volxfuck Peace Off! 'Schland of Confusion und Orpheus in der Oberwelt, zu denen jeweils auch ein Hörspiel produziert worden ist.

​Warpop Mixtake Fakebook Volxfuck Peace Off! 'Schland of Confusion

Mitten in Deutschland steht das Volk auf der Straße und schreit „Wir“. Fragt sich nur: Wer oder was ist das? Die Einwohner, die Eingeborenen oder einfach: wir alle? Alle haben Angst – vor Terroranschlägen, dem dritten Weltkrieg, der nuklearen Apokalypse. Und vor Kondensstreifen am Himmel. Zwischen „Friedenswinter“ und PEGIDA gehen andcompany&Co. auf Zeitreise in die 1980er Jahre, als die Friedensbewegung noch links war und Pop Protest. ’Schland of Confusion stimmt einen Abgesang auf soziale Bewegungen an.

Doch die Party geht weiter! Gemeinsam schreddern sie ihre Mixtapes, löschen ihre Profile und liken die Bombe: Back to ‚No Future!‘ War is Pop, Freedom Selbstausbeutung, Ignoranz Identity. Angst is your enemy. ANGER IS AN ENERGY!

Orpheus in der Oberwelt

Europa macht dicht. Während die EU-Außengrenze mit hohen Zäunen und Minenfeldern massiv aufgerüstet wird, versuchen immer mehr Menschen verzweifelt, diese mit Hilfe von Schlepperbanden zu überwinden. Im Südosten wird die Grenze durch einen Fluss markiert, der auf griechisch Evros und auf türkisch Meriç heißt. Er erlangte traurige Berühmtheit durch unzählige Tote an seinen Ufern.

Bei diesem militärischen Sperrgebiet handelt es sich um das antike Thrakien. Der griechischen Mythologie zufolge trieb in diesem Fluss Evros der Kopf des Orpheus. Die erzürnte Gefolgschaft des Dionysos hatte seinen Körper zerrissen, nachdem Orpheus der Unterwelt entstiegen war. Nun kehrt er dorthin zurück und wird zum glücklosen Schlepper, denn der Weg nach Europa führt ins Totenreich. Inspiriert von Monteverdis Oper L’Orfeo verschmelzen Musik und Mythologie, dokumentarisches Material und namenlose Schicksale zu einer neuen, alten Geschichte.