Working Class Daughters. Über Klasse sprechen

Karolina Dreit und Kristina Dreit

Performative Lesung
Friday 01. May 2026, 18.00 Uhr
Buchcover "Working Class Daughters" mit einem alten Foto aus einem Privathaushalt mit Holzmöbeln, auf dem ein Mädchen einen Handstand macht, während ein zweites die Beine hält und unterstützt.
Verkleinert Buchcover ausgeklappt Working Class Daughters Karolina Dreit Kristina Dreit Credits Selina Lampe, Copyright Selina Lampe

Working Class Daughters. Über Klasse sprechen

Im Rahmen des Mai-Schwerpunkts „Solidarität, Klasse und Bewusstsein“.

Nur etwa 15 % der Menschen in Deutschland bezeichnen sich heute noch selbst als „Arbeiter*innenklasse“. „Im geschichtslosen Raum neoliberaler Selbstverwirklichung musst du deine soziale Herkunft hinter dir lassen“ kritisieren die Autorinnen Karolina Dreit und Kristina Dreit.

Wer „sozial aufsteigt“, so beschreibt es etwa Didier Eribon in Rückkehr nach Reims, verlässt nicht nur seine Herkunftsklasse, sondern  versteckt sie, passt sich an und lernt die unausgesprochenen Regeln des kulturellen Feldes, aus Angst entdeckt zu werden. Gleichzeitig bleiben Erfahrungen von Klasse wirksam: Sie prägen Biografien, Beziehungen und Arbeitsverhältnisse auch dort, wo kaum noch darüber gesprochen wird.

Warum ist es so schwer, über Klasse zu sprechen, und welche Verbindungen entstehen, wenn man es dennoch tut? Diesen Fragen geht das Buch Working Class Daughters. Über Klasse sprechen nach. Die Autorinnen entwickeln darin eine Reihe von „Gesprächen am Küchentisch“, in denen Arbeit, Migration, Queerness, Klassismus im Kunst- und Kulturbereich, Erfahrungen des Klassenwechsels sowie Fragen nach Widerstand und Sorge miteinander verwoben werden. Persönliche Geschichten verbinden sich dabei mit strukturellen Fragen von Klasse in unserer Gegenwart.

Die performative Lesung bringt diese Stimmen auf die Bühne und eröffnet einen Raum, in dem über Klasse gesprochen werden kann – nicht als individuelle Schamgeschichte, sondern als gemeinsame gesellschaftliche Erfahrung.

Im Rahmen des Mai-Schwerpunkts „Solidarität, Klasse und Bewusstsein“.

Karolina Dreit ist Arbeiter:innenkind und Post-Ost-Migrantin. Sie studierte u. a. Erziehungswissenschaften und Soziologie und ist als Kulturarbeiterin und Lehrerin tätig. Sie interessiert sich für Arbeitskämpfe, undogmatische Perspektiven auf Klasse und verbindende politische Praktiken.

Kristina Dreit ist Künstlerin und Forscherin. Sie studierte Critical Studies und Performative Künste an der Akademie der bildenden Künste Wien und interessiert sich für die Verschränkungen von Körper, Klasse und Geschlecht, sowie sensorische und choreografische Zugänge zu Arbeit und Werkzeugen.

Ort Ringlokschuppen | Am Schloß Broich 38 | 45479 Mülheim an der Ruhr

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