Work Body
Michael Turinsky
Körper, Arbeit, Kapital – wer und was wird geopfert, wenn Verwertbarkeit unseren Wert bestimmt? Eine vielschichtige, zarte, laute Antwort und Aufforderung zum durchkreuzen kapitalistischer Logik.
Work Body zeigt einen arbeitenden Körper – bauend, singend, sprechend und tanzend durchbricht der preisgekrönte Wiener Choreograf und Theoretiker Michael Turinsky die Logik kapitalistischer Produktion: Für einen Moment wird die Trennung körperlicher und mentaler Arbeit aufgehoben, normativer Leistungsdruck durch den Rhythmus des eigenen behinderten Körpers ersetzt, unsichtbare Arbeit auf der Bühne sichtbar gemacht. Das Stück ist inspiriert von Pier Paolo Pasolinis 1954 verfasstem Gedicht „Le ceneri di Gramsci“ (Gramscis Asche). Darin richtete Pasolini sich an die sterblichen Überreste des ebenfalls behinderten kommunistischen Denkers Antonio Gramsci – eine sinnliche und intellektuelle Hommage. Turinsky lässt Resonanzen zwischen dem behinderten und dem arbeitenden Körper erklingen und rückt an den Rand gedrängte Körperlichkeiten so in den Mittelpunkt. In Auseinandersetzung mit Pasolinis Text entsteht ein Werk, das die Grenzen zwischen choreografischer Intervention, Konzert und politischer Agitation sprengt, und dringende Fragen zum eigenen arbeitenden Körper und der uns gegebenen Lebenszeit stellt. Gleichzeitig reagiert Turinsky auf den zunehmenden Erfolg rechter Politik in Arbeiter*innen-Milieus und darunterliegende Fantasien von Männlichkeit. Ein vielschichtiger und einprägsamer Performanceabend und wichtiger Beitrag zur aktuellen gesellschaftlichen Debatte um Zeit und Arbeit im Kapitalismus.
Dauer: 85 Minuten
Sprache: Englisch, mit deutschen und englischen Übertiteln
Credits
Idee, Choreografie, Text, Performance: Michael Turinsky
Musik, Lyrics, Performance: Tian Rotteveel
Bühne & Kostüm: Jenny Schleif
Lichtdesign: Max Rux
Dramaturgische Beratung: Chris Standfest
Künstlerische Kollaboration: Liv Schellander
Produktion: Anna Gräsel
Eine Produktion von Michael Turinsky und dem Verein für philosophische Praxis in Koproduktion mit Tanzquartier Wien und Theater RAMPE (Stuttgart). Unterstützt von der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (Österreich).
Im Raum gibt es nur eine reduzierte Anzahl von Sitzmöglichkeiten. Das Publikum, für das dies keine Barriere darstellt, ist eingeladen, auf dem Boden Platz zu nehmen. Während der Performance wird mit dem Publikum in der Form interagiert, dass Plätze teilweise wieder verlassen oder gewechselt werden müssen. Das Stück thematisiert körperlichen/psychischen Leistungsdruck und Ableismus. Am Ende des Stücks kommt ein Presslufthammer zum Einsatz, der sehr laut ist.
Weitere Informationen zur Barrierefreiheit unter https://impulsefestival.de/barrierefreiheit