Hundert Pro Festival Vol. 7
Theater / Performance / Tanz / Physical Theatre
Gesellschaft Neu Träumen
Die Realität hat sich verhärtet. Klassismus und rassistische Narrative werden offen artikuliert. Das „Stadtbild“ wird als Problem deklariert. Der politische Wind weht schärfer, das gesellschaftliche Klima wird kälter, und das Wort „Wir“ wird öfter benutzt, um Grenzen zu ziehen, statt Türen zu öffnen.
Wir schalten das Grundrauschen für einen Moment aus. Nicht um zu verdrängen oder die Augen vor der Welt zu verschließen. Sondern um sie neu zu träumen. Um in Bilder einzutauchen, die im permanenten Krisenrauschen kaum mehr zu finden sind. Um unseren Anspruch auf ein besseres (Zusammen-)Leben hochzuhalten, während uns Vieles niederdrückt.
Das HundertPro Festival Vol.7 feiert Theater als Ort, an dem neue Bilder entstehen, die nicht nur abbilden, was ist, sondern den Blick wieder dafür öffnen, was sein könnte. Zwischen anarchistischem Puppentheater, hochemotionalem Break-up Rave, cooler Black-Dandy-Ästhetik, grotesken Männlichkeitsbildern und der Dekonstruktion patriarchaler Traditionen zeigt sich auf der Bühne: Gesellschaft ist eine gemachte Welt – genauso wie das Theater: das Ergebnis von Entscheidungen, Vereinbarungen und Machtverhältnissen. Und alles Gemachte kann auch anders gemacht werden. Zumindest für die Dauer eines Festivals. Und wir hoffen: auch für die Zeit danach
Also: Öffnet die Augen. Lasst uns träumen.
Programm
Die Entfesselung des Sebastian
Katharina (Katze) Greven
Performance
Sprache: DE | Dauer: 45 Min
Katze Greeven ist mit dem Schützenfest am Niederrhein aufgewachsen. Im Verein ihres Dorfes waren nur Männer, bis Katze das Fahnenschwenken von ihrem Bruder gelernt hat. Gemeinsam mit der Musiker*in Cordula Heins und der Hornistin Karin Knobloch hinterfragt sie die militärischen, christlichen und patriarchalen Wurzeln des Schützenfestes.
Choreografie & Performance: Katze Greeven
Gesang, Komposition & Performance: Cordula Heins
Horn, Komposition & Performance: Karin Knobloch
Kostüm, Fahnen & Bühne: Staeff Günther
Fahnenschwenktraining: Laurenz Greeven
Dramaturgie: Judith Strodtkötter
Choreografisches Outside Eye: Neus Ledesma Vidal
Critical Observing: Yvonne Sembene
Produktionsleitung: Anne Storm
Video: Todor Joe Musev & Melanie Hauffe
Danke an: Die Montagstiftung Kunst und Gesellschaft, das Kulturbüro Mönchengladbach, Die St. Johannes Schützenbruderschaft Grietherbusch, St. Sebastianus Schützenbruderschaft Korschenbroich, Andreas Lörcks & Frauks Schussmann
Koproduktion: Schwankhalle. Gefördert vom Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen, der Sparkasse Bremen und dem Ortsbeirat Neustadt.
Die Performer:in und Choreograf:in Katze Greeven (sie/keine) ist in Grietherbusch am Niederrhein aufgewachsen und verhandelt in ihrer Arbeit die Komplexität und Ambivalenzen von Traditionen, deren Einbettung in Machtgefüge und das Verhältnis von urbanem und ländlichem Raum - meist mit einem Hang zum Absurden. Im Fokus dabei: Der Körper und seine Geschichten als Ort für Verletzlichkeit und Veränderung. Nach dem Master Performance Studies an der Universitaet Hamburg hat sie das Grundstudium Tanz bei bewegungs-art in Freiburg abgeschlossen. Katze arbeitet seit 2019 mit dem Performancekollektiv b/w*itch, mit dem sie aktuell in Koproduktion mit der Schwankhalle das Stück „It Ends With Death – ein Sterbeballett“ entwickelt (Premiere März 2026).
Seit ihrem Stipendium „übenübenüben3“ der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft in Mönchengladbach-Rheydt (2025) untersucht Katze das “Fahnenschwenken als kulturelle Praxis”.
Cordula Heins (Gesang, Komposition, Performance) ist Gestalterin, Sängerin, Producerin und Performerin. Sozialisiert in Westfalen auf dem Dorf blickt sie heute mit einer Ambivalenz zurück auf ihr Aufwachsen zwischen Schützenfest, Reithallenpartys und der Suche nach Verbündeten. Seit 2019 ist sie Sängerin und Writerin im Bandprojekt Laturb. Inhaltlich werden Absurditäten und Widersprüche, in denen wir uns in einer kapitalistischen Gesellschaft zwangsläufig befinden in Lyrics und kleinen performativen Einschüben dezidiert auseinandergenommen; mal humoristisch, ernst oder tragisch, mal aufs brutalste oder subtil und persönlich.Gesanglich bewegt sie sich genreübergreifend irgendwo zwischen Pop und Punk mit einer Liebe zu Riffs, Oper und Spoken Word.
https://laturb.com/
Karin Knobloch (Horn, Komposition & Performance) ist eine vielseitige Musikerin, die als Hornistin und Musikpädagogin meist am Horn unterwegs ist, aber auch nicht selten auf ihre Stimme oder die Blockflöte als musikalisches Ausdruckmittel zurückgreift. Mal hört man sie als Orchestermusikerin ganz traditionell, mal in diversen Kammermusikbesetzungen, mal auf Festivals oder in Theaterprojekten der freien Szene. Sie studierte Horn u.a. an den Musikhochschulen Rostock, Detmold und Lübeck. Neben ihrem künstlerischen Schaffen und dem Weitergeben davon, verbringt sie ihre Zeit als waschechter Dorfmensch mit Traktordiplom am allerliebsten auf dem elterlichen Hof in der Lüneburger Heide mit ihren Rindern, Pferden und vielem mehr.
Staeff Günther (Kostüm & Bühne) ist Theatermacherin und multidisziplinäre Autodidaktin aus Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen auf Figuren- und Objekttheater, Sounddesign, dem Schreiben und der Entwicklung partizipativer Theaterformate. Seit 2021 entwickelt sie in verschiedenen Kollaborationen Theater- und Hörstücke. Staeff studierte Szenische Forschung an der Ruhr Universität Bochum und vertieft seit 2022 ihr Interesse und ihre Kenntnisse im Bereich Figuren-und Objekttheater. Zu ihrer musikalischen Sozialisierung gehörte die Teilnahme im jungen Blasorchester Gerlenhofen. Auf den jährlichen Dorffesten übernahm sie die ein oder andere Schicht an der Spülstraße und hatte hier - im zarten Alter von 15 Jahren - ausreichend Zeit, über seltsame Männlichkeitsrituale nachzudenken.
Judith Strodtkötter hat in Leipzig Kulturwissenschaften und in Frankfurt am Main Dramaturgie studiert. Seitdem arbeitet sie vorwiegend in Bremen und Niedersachsen als Dramaturgin, Produktionsleiterin und Yogalehrerin. Von 2020-2022 kuratierte sie als festes Mitglied des Teams der Schwankhalle zusammen mit dem künstlerischen Leiter, Florian Ackermann, das Programm des Hauses. Danach arbeitete sie freiberuflich vor allem mit dem TanzkollektivBremen und dem Syndikat Gefährliche Liebschaften zusammen. Zudem ist sie Dozentin an der HKS Ottersberg im Studiengang Tanz und Theater im Sozialen und hat verschiedene künstlerische Prozesse als Mentorin begleitet. Seit 2021 engagiert sie sich als Kulturarbeiterin im ländlichen Raum in der Förderunion für Kunst und Kultur e.V.: eine Plattform für kulturellen Austausch, die vermeintlich urbane Themen und Ästhetiken vor Ort andockt und um regionale Perspektiven erweitert, immer im Austausch mit den Menschen vor Ort. Seit Juni 2025 arbeitet sie in Teilzeit für den Landesverband Soziokultur Niedersachsen als Beraterin für soziokulturelle Vereine und Initiativen.
http://tanzkollektivbremen.de/
www.foerderunionkunstkultur.de
Neus Ledesma Vidal (choreografisches Outside Eye) ist Tänzerin, Choreografin und Tanzlehrerin. Geboren in Barcelona, aber seit Jahren in Bremen lebend, studierte sie an der
London Contemporary Dance School. Derzeit kombiniert sie ihre Arbeit als Tänzerin für Birgit Freitag oder Pretty Playful Productions mit der Produktion und Kreation ihrer eigenen choreografischen Stücke. Seit Sommer 2022 ist sie Teil des TanzKollektivBremen. Sie interessiert sich für den Körper als Ausdrucksmittel und als Vermittler, um Geschichten zu erzählen, Gedanken zu bewegen und Emotionen zu erzeugen. Sie versteht Kollaboration als Arbeitsmethode vom Beginn jedes künstlerischen Prozesses an und Biografie und Feminismus stehen oft im Mittelpunkt ihrer Projekte. Im Jahr 2021 schuf sie "rebonico", eine Etüde und Hommage an den Volkstanz ihrer Heimatstadt Sant Mateu (Spanien). Das Stück analysiert diese fortwährende Tradition und ihre Rituale, um das Wesentliche zu abstrahieren und zu verstehen, diese Traditionen weiterhin so gefeiert werden.
https://www.neusledesma.eu/
Yvonne Sembene (Critical Observing) Die französisch-senegalesische-DDR Choreograf:in Yvonne Sembene konzentriert sich in ihren Arbeiten auf die Einflüsse von Kolonialismus auf Kultur überwiegend in Deutschland und Europa. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf Afro-Deutschen FLINTA* Perspektiven auf Neotraditionalismus und Neoklassizismus. In der Spielzeit 2025/26 ist Yvonne als “Director in Residency” an der Pariser Oper.
https://yvonnesembene.com/ABOUT-ME
I want revenge, grandma
Colleen Ndemeh Fitzgerald
Tanz
Sprache: EN | Daue: 45 Min
Die gleichsam intime wie anklagende Performance von Colleen Ndemeh setzt sich mit der kolonialen Geschichte Liberias auseinander. Sie kritisiert Gewaltstrukturen der europäischen Kolonialmächte und stellt konkrete Forderungen für die Gegenwart und Zukunft. Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Kpelle-Zugehörigkeit fordert sie das Publikum auf, sich der Frage zu stellen: Was kommt nach Jahrhunderten kolonialer Gewalt?
Konzept und Performance: Colleen Ndemeh Fitzgerald
Videoschnitt: Julia Cohen Ribeiro
Sounddesign: Nancla
Lichtdesign: Catalina Fernandez, Lou Oelrich
Videomaterial von: Colleen Ndemeh Fitzgerald, Pablo Werner Pacheco, Klaus Renkin und Ralph Werner
Dramaturgische Unterstützung: Atabey fka Carlos Maria Romero, hn lyonga, iki yos peña narváez
Das Projekt entstand im Rahmen des Masterstudiengangs MA Solo/Dance/Authorship (SODA) am HZT Berlin, einem Partner der Universität der Künste Berlin (UdK).
Colleen Ndemeh Fitzgerald (1992) ist eine multidisziplinäre Performancekünstlerin, Aktivistin und Kulturarbeiterin mit Kpelle- (liberianischer*) und irisch-amerikanischer Abstammung. Sie engagiert sich international künstlerisch und politisch für Feminismus, Antikolonialismus und Blackness und arbeitet sowohl als Solo-Performancekünstlerin als auch als Teil des afrofeministischen Kunstkollektivs Kukily. Sie hat sich in afro-diasporischen, westafrikanischen und zeitgenössischen Tanztechniken ausgebildet. Sie studierte Kulturanthropologie und Tanz am Bates College in Lewiston, Maine, USA, sowie territorialbasierte künstlerische Praktiken an der Nationalen Universität der Künste in Buenos Aires, Argentinien. Im Jahr 2025 schloss sie ihr Masterstudium in Solo/Dance/Authorship (SODA) an der Universität der Künste in Berlin mit Auszeichnung ab.
Ihre Solo-Performance „I want revenge, grandma“ wurde von Fulbright USA und der Universität der Künste in Berlin gefördert. Sie wurde im Februar 2026 beim Performance Arcade Festival in Wellington, Neuseeland, im Januar 2026 beim Tanztage Festival Sophiensæle in Berlin, Deutschland, im Januar 2025 im Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin, Deutschland, und im November 2024 in den Uferstudios in Berlin, Deutschland, aufgeführt. Sie ist außerdem Gründungsmitglied des transnationalen Kukily Arts Collective, das seit 2016 interdisziplinäre künstlerische Arbeit leistet.
ESCAPE
Nora Varga Vermes
Theater
Sprache: EN | Dauer : 45 Min
Die Waldluft ist fast regungslos, leichter Nebel liegt über dem Boden, kleine Tiere rascheln. Escape beginnt mit der ersten Jagd: einem möglichen Ursprung von Zivilisation, patriarchaler Ordnung und Gewalt. Durch assoziatives Denken, Perspektivwechsel, den Dialog mit Objekten und Materialien sowie durch Unbeholfenheit und Absurdität stellt ESCAPE die Frage: Jäger oder Sammler?
Konzept, Spiel: Nóra Varga Vermes
Sound, Musik: Franz Schrörs
Innen-Außenblick: Eva Mario Hasler
Außenblick, Mechanismen: Jo Posenenske
Supervision: Orsolya Fodor
Mentor: Florian Feisel
Nóra Varga Vermes (Performerin)
Nóra Varga Vermes erhielt in 2020 einen Abschluss als Bühnenbildnerin. Während ihres Studiums und im folgendem Jahr arbeitete sie als freischaffende Künstlerin in verschiedenen künstlerischen Konstellationen als Bühnenbildnerin, Regisseurin und Animationsfilmerin.
Seit 2021 studiert Nóra Figurentheater in Stuttgart und nimmt gleichzeitig in kollektiven Produktionen als Darstellerin und als Outside Eye teil. Im Jahr 2023 präsentierte sie ihr erstes Solostuck mit dem Titel „fish-i” im Fitz Theater animierte Formen in Stuttgart und im Westflügel in Leipzig.
Im Jahr 2024 arbeitete sie als Outside Eye an den Abschlussarbeiten Zimmer|Rooms von Jo Posenenske und Big Show von Eva Mario Hasler mit.
Nóra beendet 2025 ihr Figurentheaterstudium in Stuttgart mit ihrem Solostück ESCAPE und wirkt parallel an verschiedenen Figurentheater- und experimentellen Kollaborationen mit.
Seit dem Sommer 2023 ist Nóra mit ihrem Kollektiv „Babak” Teil der Bauzug-Community.
Franz Schrörs (Musik, Sound)
Franz Schrörs (*1987 in Wuppertal) bewegt sich zwischen Theater, Soundart und digitalen Medien. Sein Fokus liegt auf menschlicher Abwesenheit, erfundenen Wahrheiten und Klanganimation. Als Teil des Figurentheaterkollektivs Schroffke! erforscht er theatrale Mittel aus Textil und Musik. Mit the finest and the frankest (mit Josephine Hochbruck) entwickelt er Hörspiele und interaktive Audioinstallationen. Bevor Franz Figurentheater in Stuttgart studierte, schrieb er Märchen und Dialoge für Computerspiele.
Heute arbeitet er als Künstler, Dramaturg und Musiker in Leipzig und darüber hinaus.
Eva Mario Hasler (Outside Eye, Technik)
Eva Mario Hasler wurde 1996 in Hamburg geboren, studierte zeitweise in Hildesheim szenische Künste, lebte in Basel und kam dann für das Studium Figurentheater an der HMDK (Ba24) nach Stuttgart, wo Eva Mario Hasler seither lebt und arbeitet. Eva arbeitet mit Kollektiven und als Solokünstler*in in der lokalen freien Szene, spielt eigene Inszenierungen, ist Teil des Raumstation-Residenzwaggon Teams, arbeitet für das Fitz-Theater, legt auf, kuratiert und organisiert eigene Veranstaltungen.
Jo Posenenske (Outside Eye)
Jo Posenenske (1996 in Frankfurt am Main) studierte Theaterwissenschaft in Leipzig. Als Outside Eye, künstlerische*r Mitarbeiter*in und Assistent*in arbeitete Jo mit Wilde & Vogel, Lehmann und Wenzel, Anna Schimkat und Franziska Merkel. Seit 2022 ist Jo Teil des Kollektivs Schroffke!, das mit UNDIN debutierte. In 2023 präsentierte Jo das Objekttheater-Solo A regular arrangement nach Gertrude Stein. 2024 folgte Zimmer | Rooms. An Everyday State of Emergency, gefördert von der Kulturstiftung Sachsen. Jo lebt in Leipzig und arbeitet neben Figurentheater auch als Materialberater*in, Segellehrer*in und Knotenspezialist*in.
Orsolya Fodor (Supervision)
Orsolya Fodor ist eine freischaffende Theatermacherin, die als Puppenregisseurin, Dramaturgin, Dozentin und Performerin in verschiedenen Kollaborationen arbeitet.
Ihr Fokus liegt auf der Sakralität von Räumen. In letzter Zeit beschäftigt sie sich mit autobiografischem Theater, ortsspezifischen Performances und der Philosophie des Puppenspiels.
Ihr aktuelles Stück Johanna - ein Lecture-Vision-Performance - spielt sie in einem leeren Schwimmbecken und setzt sich mit ihren eigenen religiösen Vorurteilen und ihrer Verletzlichkeit auseinander.
Living the Schatz Life
Schatz & Schatz GbR
Physical Theatre
Sprache: DE | Dauer: 15 Min
Was macht eine perfekte Beziehung im Jahr 2026 aus? Schatz & Schatz hinterfragen humorvoll Themen wie Polyamorie, Geschlechterrollen, Nachhaltigkeit, Egozentrismus und die Suche nach Perfektion. Gleichzeitig spiegeln die Figuren den Wunsch wider, gut streiten zu können, um Themen und Positionen zu ringen und dabei immer noch leidenschaftlich zu lieben.
“Living the Schatz Life” ist eine Produktion von Schatz&Schatz GbR.
Konzept: Fine Kroke, Alexandra Entenmann
Performance: Fine Kroke, Alexandra Entenmann
Regie: Fine Kroke, Alexandra Entenmann
Bevor Alexandra Entenmann (keine) 2022 für ihr Physical Theatre Studium an die Folkwang UdK kam, lebte und arbeitete sie in Köln als Zirkustrainer und Performer. Auf der Bühne
stand sie unter anderem beim IMPROZirkus im ZAK 2020 und mit dem nologo kollektiv im Rahmen des Circus Dance Festivals 2021. Während des Studiums wirkte Alexandra an unterschiedlichen Produktionen mit, u.a. als Tänzerin in project x von Tabea Jung (Rundgang 2024) und als Spielerin beim Artist Diploma sur l’écran noir de mes nuits blanches von Juliette Roussennac (Pina Bausch Theater 2023) und in ihrem selbst entwickelten Solo Bob, ein Held (2023).
Fine Kroke (keine) ist eine in Mainz aufgewachsene Physical Theatre Performerin, Schauspielerin und Tänzerin. Bereits seit ihrer Kindheit stand sie in Schauspiel- und
Tanzjugendclubs, bei Filmproduktionen (u. a. Girl Cave von Funk) sowie in Improtheatergruppen auf der Bühne oder vor der Kamera. Im Studiengang Physical Theatre
an der Folkwang UdK wirkte Fine an mehreren Stückentwicklungen mit, darunter Synthopia– eine Verdauung (2022), culo.synechdoche of my butt (2023), und İsmi lazım değil (2023).
Darüber hinaus entwickelte sie eigene Soloarbeiten. Seit 2024 ist Fine zudem Stipendiat*in der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Einige der Projekte, an denen Fine mitwirkte
wurden bereits u. a. im Schauspielhaus Bochum, beim detect festival, beim 15-Minuten-Festival in Köln und in Kooperation mit der Elbphilharmonie gezeigt oder realisiert.
SÖHNE
Nathan William Stearns & Alper Adem Yilmaz
Physical Theatre
Sprache: DE | Dauer: 15 Min
In einem zackigen, dynamischen TV-Channel-Format springen zwei Performer zwischen verschiedenen typischen Männerrollen hin und her. Dabei verbinden sie grotesken Humor und Popkultur-Referenzen mit ihren eigenen Erfahrungen. Von Sitcoms über Telenovelas, von YouTube-Tutorials bis hin zu Werbespots wird Männlichkeit inszeniert, vorgeführt und konsumierbar gemacht.
Nathan William Stearns ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Tänzer und Physical-Theatre-Künstler. Da er einen Teil seiner Kindheit in den Vereinigten Staaten und einen Teil in Deutschland verbracht hat, ist er für seine Arbeit in verschiedenen Independent-Film- und Bühnenproduktionen bekannt. Derzeit studiert er Physical Theatre an der Folkwang Universität der Künste und arbeitet als freischaffender Künstler.
Aufgewachsen in einer türkischen Gastarbeiterfamilie in der Nähe von Stuttgart fand Alper Adem Yilmaz seinen Weg zur Kunst über die Musical- und Theater-AGs seiner Schule.
Heute studiert er Physical Theatre an der Folkwang Universität der Künste, was sein Verständnis von Körper, Präsenz und Spiel stark geprägt hat.
Diese intensive Theaterarbeit hat ihm gleichzeitig gezeigt, wie wichtig Film als zugänglicher Raum ist. Auch durch seine Herkunft und meinen Werdegang, ist ihm bewusst, dass Kulturinstitutionen oft elitär sein können. Vor der Kamera reizt Alper Adem die Möglichkeit, seine künstlerischen Erfahrungen in eine klare, direkte und emotionale Spielweise zu übersetzen, angetrieben von der Spielfreude, die aus dem Theater kommt.
How not to disappear
Naledi Majola
Tanz
Sprache: - | Dauer: 25 Min
Zwischen Eleganz, Kontrolle und Verletzlichkeit bewegt sich ein*e Performer*in durch den Raum. Inspiriert von der Ästhetik des Black Dandy und der ersten Pride in Johannesburg 1990 untersucht die Performance Sichtbarkeit als Form von Schutz, Widerstand und Selbstbehauptung.
Naledi Majola ist ein*e in Berlin lebende südafrikanische Performer*in und Künstler*in. Nach dem Bachelor-Abschluss in Theater und Performance mit Schwerpunkt Schauspiel an der Universität Kapstadt (2014–2017) arbeitete Naledi als Schauspieler*in und wirkte in verschiedenen Film-, Fernseh-, Theater- und Werbeprojekten mit. Parallel dazu entwickelte Naledi eine Performance- und Forschungspraxis, die Medien wie Bewegung, Stimme, Sounddesign und Schreiben umfasst.
Nach einigen Jahren in Kapstadt zog Naledi nach Berlin und schloss 2024 den Masterstudiengang „Solo/Dance/Authorship“ am HZT Berlin ab. Naledis Arbeit zielt darauf ab, die Grenze zwischen Theorie und Praxis zu verwischen, und ist inspiriert von Performance-Studien, Popkultur sowie südafrikanischer Geschichte und Kunst.
Naledi war 2024 Artist-in-Residence bei ada studios Berlin und Köttinspektionen Dans in Uppsala und ist Stipendiatin des Stipendiums für Tanzpraxis des Berliner Kultursenats für 2024–2025.
Grouping and Ungrouping Forever ist eine künstlerische Partnerschaft zwischen Naledi und dem südafrikanischen Künstler Andi Colombo, die 2019 gegründet wurde. Naledis Hauptinteresse gilt der interdisziplinären Erforschung von Methoden der Performance-Gestaltung.
Masturpiece: Major Tom
Seung Hwan Lee
Physical Theatre
Sprache: EN | Dauer: 15 Min
Wird hier etwas erschaffen oder nur der Schaffungsprozess performt? Wir nehmen oft an, dass hinter jeder Kunst ein tieferer Sinn, eine verborgene Botschaft steckt – aber ist das notwendig so? Will uns dieses Stück etwas sagen – oder nur das aufgeblasene Ego des Künstlers ausstellen? Mehr Bekenntnis als Statement, schwebt Masturpiece in dem unbeständigen Raum zwischen Aufrichtigkeit und Ironie.
Choreographer & Performer: Seung Hwan Lee
Photo: Günter Krämer
Venue: Theater Felina Mannheim
Seung Hwan Lee ist Choreograf und Performer, der an der Schnittstelle von Bühne, Körper und bewegtem Bild arbeitet. In seiner Arbeit untersucht er, wie Instinkt, Identität und Stille innerhalb konstruierter Systeme bestehen können.
Zudem entwickelt er digitale Werkzeuge für Künstler – Webanwendungen und Performance-Software, die an der Schnittstelle von Kunst und Technologie entstehen.
HARD_BREAK </3
Marco Merenda
Performance
Sprache: EN | Dauer: 45 Min
HARD_BREAK </3 ist eine Performance über das Schlussmachen, ein kollektives Breakup-Ritual in vier Phasen zwischen Karaoke-Bühne, Techno-Club und Rage Room. Doch es geht um mehr: In einer Zeit, in der reaktionäre Narrative weltweit an Macht gewinnen, lädt HARD_BREAK </3 dazu ein, gemeinsam neue Formen von Beziehung, Identität und Zukunft zu erproben.
Konzept, künstlerische Leitung, Performance, Produktion: Marco Merenda
Performance, Mitgestaltung: Ludovica Bove
Dramaturgie: Margherita Scalise
Ton: Candid Rütter
Lichtdesign: Leonie Taber
Kostümdesign: Steve Oelmann
Requisiten und Raumgestaltung: Florin Iki
Koproduziert von Kampnagel Hamburg. Gefördert durch: Claussen-Simon-Stiftung, Zeit Stiftung Bucerius, Bezirksamt Hamburg-Nord.
Marco Merenda (er / they) ist ein*e deutsch-italienische*r Performancekünstler*in mit Schwerpunkt auf Regie, Dramaturgie, Performance und Physical Theatre. Marcos Arbeiten schlagen eine Brücke zwischen autobiografischer Erfahrung und kollektivem Kontext. Durch eine queere In-Yer-Face-Ästhetik, zielen sie darauf ab, heteronormative und patriarchale Strukturen zu destabilisieren, um Raum für neue Formen der Reflexion zu ermöglichen. Eine Schauspielausbildung an der Accademia del Teatro Oscar (Mailand), eine Regieausbildung an der Civica Scuola di Teatro Paolo Grassi (Milano) und ein intensiver Viewpoints- Workshop mit Ellen Lauren (SITI Company) gehören zu Marcos relevantesten künstlerischen Erfahrungen. 2017 schloss they ein Bachelorstudium in Sprach-und Literaturwissenschaft an der Università degli Studi di Pavia und im Februar 2022 einen Master in Performance Studies an der Universität Hamburg ab. Marcos Produktionen wurden an zahlreichen Theatern und Festivals deutschlandweit und international gezeigt, unter anderem: Kampnagel, Hamburger Sprechwerk, Lichthof Theater, MS Stubnitz, Fleetstreet Theater, Ringlokschuppen Ruhr, MAI (Montréal, art interculturéls), Ecosistem-Festival (Bukarest), Kulturfactory (Neapel) und Torino Fringe Festival.
Gefördert wurden Marcos Performances u. a. von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, dem Bezirksamt Hamburg-Mitte, der Claussen-Simon-Stiftung, der ZEIT Stiftung Bucerius, dem Goethe Institut und von Creative Europe. 2024-25 war they Stipendiat*in der Claussen-Simon-Stiftung im Rahmen des Förderprogramms StART.up.
www.marcomerenda.net
Ludovica Bove wurde 1993 in Rom geboren. Sie lebt und arbeitet in Rom als freischaffende Schauspielerin und Sängerin. Nach ihrem Abschluss an der Alta Formazione Officina Pasolini (2017) begann sie ihre Forschungsarbeit über zeitgenössische Poesie und nahm 2019 an dem Projekt „L'Ora dell'Alt“ in Residenz bei ARTA (Association de Recherche des Traditions de l'Acteur) in der Cartoucherie in Paris teil. 2021 gründete sie mit dem Musiker Lorenzo Bove und dem Schriftsteller Sacha Piersanti das Kollektiv Alta Gola. Gemeinsam entwickelten sie das Projekt „Fonti“ – ein Klangpfad zwischen Rezital und Live-Elektronik, der klassische lateinische und griechische Epen, zeitgenössische Poesie und elektronische Musik verbindet. Im Jahr 2022 nahm sie an Fernseh- und Filmproduktionen wie Cattleya, Vivo Film, Filmauro, Wildside teil, was ihr die Zusammenarbeit mit italienischen und internationalen Regisseuren wie Carlo Verdone, Andrea Molaioli, Niclas Bendixen ermöglichte.
Margherita Scalise ist Theatermacherin und Dramaturgin aus Italien. Derzeit lebt sie in Brüssel und arbeitet zwischen Belgien, Italien und weiteren europäischen Ländern. Ihr breites Interesse an den darstellenden Künsten führte sie zunächst zum Regiestudium, später zur Spezialisierung im Bereich Dramaturgie. Margherita ist als freischaffende Dramaturgin tätig und arbeitet mit verschiedenen Künstlerinnen und Choreografinnen zusammen. 2023 kuratierte sie eine einwöchige Einführung in die Performancedramaturgie in Bukarest. Von 2019 bis 2024 war sie als Hausdramaturgin und künstlerische Assistentin für die Tanzkompanie Ultima Vez und deren Gründer Wim Vandekeybus tätig. Margherita ist besonders fasziniert von den künstlerischen Praktiken anderer – diese Neugier führte sie unter anderem zu Begegnungen mit Guy Cools, Eugenio Barba und Julia Varley, Katalin Trenscényi, Maja Hriešik, Merel Heering, Élise Simonet, Danae Theodoridou, Gabriele Vacis, Giovanni Covini und Davide Carnevali. Als künstlerische Macherin interessiert sie sich für die Verbindung von Bewegung und Text. Ihre aktuellen thematischen Schwerpunkte umfassen sinnliche Erfahrung, Theologien, Sprachen und Kunstgeschichten.
www.margheritascalise.com
Candid Rütter ist Soundkünstler und Multimedia-Komponist. Seine musikalischen Arbeiten
erstrecken sich meist über mehrere Medienebenen und bewegen sich an der Schnittstelle von Musik, Theater und Performance. Sein kompositorischer Ansatz ist stark von der Praxis und Ästhetik der Clubkultur geprägt. So gehört beispielsweise die Arbeit mit assoziativen Klängen und Verweisen zur Schaffung semi-fiktionaler Welten zu einem zentralen Aspekt seiner Kompositionen. In seinen Arbeiten untersucht er die Lebensbedingungen in einer sich ständig ausweitenden, undurchsichtigen, technologischen Realität. Neben seinen eigenen Projekten komponiert Candid regelmäßig Musik für Theaterproduktionen, ist Teil des Theaterkollektivs INFRAROT und kuratiert für das Musiklabel CRTTR, das sich auf die Veröffentlichung experimenteller Clubmusik spezialisiert. Seine künstlerische Laufbahn wurde geprägt durch das Studium der Sound Arts an der HKB Bern und sein aktuelles Masterstudium in Multimedia-Komposition an der HFMT Hamburg.
www.candidruetter.net