Heiner Müller: Hamletmaschine

Martin Ambara (Othni)

Theater / Performance
Freitag 06. September 2019 | 20.00 Uhr Premiere
Samstag 07. September 2019 | 18.00 Uhr + Interaktives Kinderprogramm

Info In Originalsprache: Französisch | Übersetzung: Deutsch / + Einführung und Nachgespräch

Hamletmschine, Copyright Wilfried Lekemo

„Ich war Hamlet. Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA, im Rücken die Ruinen von [Europa] Afrika…“

Heiner Müllers legendäre „Hamletmaschine“ wird von Martin Ambara einer postkolonialen Relektüre unterzogen und konsequent überschrieben. Müllers gewaltige und gewalttätige Sprachbilder interpretiert der kamerunische Autor und Regisseur als „die afrikanische Erfahrung“ der Entfremdung und des Identitätsverlusts durch die vielfachen Zumutungen der Kolonialisierung.

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Something is rotten in this age of hope!

„Ich habe ich mich ständig gefragt, ob es nicht einen ästhetischen Ansatz gibt, der die weiße Wäsche unseres postmodernen Theaters beflecken kann.“ (Martin Ambara)

Mit dem OTHNI-Laboratoire de Théâtre de Yaoundé hat Ambara nicht nur diesen Ansatz gefunden, sondern auch einen besonderen Ort für zeitgenössische Kunst in Kamerun geschaffen. Ein ästhetisches Labor der performativen und darstellenden Künste und sozialer Knotenpunkt für zahlreiche unterschiedliche Menschen und Künstler*innen gleichermaßen. Dort forscht Ambara mit seinem Ensemble an einer grenzüberschreitenden und interdisziplinären Theaterästhetik, in der sich zeitgenössisches europäisches, postdramatisches Theater mit kamerunisch traditioneller Kultur verbindet.

So geht es in Ambaras Theaterarbeit mit dem OTHNI immer um eine Überführung afrikanischer Identität, Tradition und Geschichte in ein postmodernes Afrika. Heiner Müllers „Hamletmaschine“ wird hier ganz neu lesbar. Der Regisseur sieht in Müllers Text, in dem kein Drama mehr stattfinden will, das Material, um auf Gegenwärtige Konflikte und Krisen als Zeitdiagnose zu reflektieren und darüber hinaus den verdrängten afrikanischen, kulturgeschichtlichen Bezügen nachzuspüren. Die Produktion entstand im Sommer 2019 im OTHNI- Theater in Yaoundé sowie im Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim an der Ruhr.



Besetzung

Regie: Martin Ambara
Choreographie: Moada Yakana
Von und mit: Philemon Bkake Ondoa, Gabrielle Amougou, Aboubacari Oumarou, Hermine Yollo, Moada Yakana
Musik: Rass Nganmo
Video: Wilfried Nakeu
Bühne und Licht: Thierry Fotso Mbateng
Kostüme und Regieassistenz: Anne Bentgens
Übersetzung der Theaterufführung: Claire Lovy
Übersetzung des Nachgesprächs: Lucas Franken

+ Interaktives Kinderprogramm am 7.9.

Regelmäßig bieten wir zu ausgewählten Terminen ein kreatives Mitmach-Kinderprogramm parallel zu unseren Theater- und Tanzvorstellungen an. So machen nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder eine spielerische Theatererfahrung.

Hamlet war ein Prinz… Und zu einem Prinzen gehören natürlich auch Prinzessin, Königin und König, Narren, Köche, Ritter*innen und Gespenster und was sonst noch so in einer Burg zuhause ist. Welche Burgbewohner*in willst du sein? Wir erfinden und spielen unsere eigenen Charaktere und welche Abenteuer es gemeinsam zu erleben gibt… lassen wir uns überraschen.

Mit Meriel Brütting: Sie arbeitet als Theatermacherin mit Menschen aller Altersstufen zusammen und ist Teil des Theaterkollektiv Berlocken. In den letzten Jahren hat sie verschieden Kinder und Jugendtheaterprojekte angeleitet.

Eintritt Vvk 12 € / erm. 6 € | Ak 15 € / erm. 8 € / Gruppe 5 €

Ort Ringlokschuppen | Am Schloß Broich 38 | 45479 Mülheim an der Ruhr

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