Hundertpro Festival Vol.6

Wahrheit & Widerspruch, Wirklichkeiten & Werte

Festival
Samstag 31. August 2024, 18.00 Uhr

Info: Abendkasse öffnet um 17 Uhr | Beginn 18 Uhr

HundertPro Vol. 6

In diesem Jahr findet das HundertPro erstmals unter einer Themensetzung statt: Wahrheit & Widerspruch, Wirklichkeiten & Werte

Unter 270 Bewerbungen hat das Kurationsteam 9 Produktionen ausgewählt, die uns am 31. August aufwühlen, berühren, zum Lachen bringen und mitreißen werden.

In den Pausen locken ein Foodtruck und Gespräche zu den Aufführungen. Zum Schluss wird das HundertPro Festival mit einer ausgelassenen Party gebührend gefeiert.

Programm:

Haba Na Haba, Copyright Catalina Roldan

HABA NA HABA | Paul Damiano

Tanz | Sprache: EN

„Haba na Haba hujaza kibaba“ ist ein Swahili-Sprichwort, das vor allem Kindern in jungen Jahren beigebracht wird, um sie zu ermutigen, das Leben Schritt für Schritt anzugehen. Damit ist gemeint, dass kleine Fortschritte zu den großen Erfolgen und Zielen im Leben zählen! Dieses Solo- Stück von Paul Damiano aus Kenia thematisiert, inwiefern Verspieltheit zum Erwachsenwerden dazu gehört, zum eigenen Charakter und zur Wertschätzung des Lebens beiträgt. Das Stück inspiriert und lädt das Publikum auf eine Reise in die Vergangeheit ein, sich an ausschlaggeebende Momente der eigenen Lebensgeschichte zu erinnern! Haba na Haba ist ein Wohlfühlstück über Pauls ganz persönliche Lebensgeschichte, seine Kindheit in Kenia, Erinnerungen und die spielerische Reise des Erwachsenwerdens.

Bio

Paul Damiano wurde 1993 in Nairobi, Kenia geboren. 2022 assistierte er für die Laufzeit von einem halben Jahr beim Kunst- und Kulturverein Do Only Good e.V. im von Chance Tanz Jugendprojekt Instrument to Expression als Workshopleitung und Choreograf. Seit Anfang 2022 arbeitet er als Tanzvermittler, Tanzdozent und Tanzpädagoge in Wuppertal, Düsseldorf, Iserlohn und Ratingen mit Jugendlichen, Schulklassen und bei Ferienangeboten. Seit Juni 2022 ist er Künstler und Tänzer beim im Theater im Depot in Dortmund angesiedelten Enije for Afrika e.V. Dort entwickelt er Choreografien mit und peformt u.a. gemeinsam mit der Meltingpott Crew.

DER PASS | Rymon Zacharei, Copyright Jakob Leve

DER PASS | Rymon Zacharei

Tanz | Sprache: DE

Der Pass ist ein sehr wichtiges Dokument für die meisten Menschen, da er als offizieller Identitätsnachweis dient und die Möglichkeit schafft, international zu reisen. Ohne einen gültigen Pass kann man Schwierigkeiten haben, ins Ausland zu reisen, da die meisten Länder ihn als Voraussetzung für die Einreise verlangen. Was bedeutet der blaue Pass für Geflüchtete in Deutschland? Wie ist ein Pass aufgebaut? Welche Funktionen hat ein Pass?

BIO

Rymon Zacharei, geboren 1985 in Bagdad, bekannt unter dem Künstlernamen „Rayboom,“ ist ein Tänzer im Bereich Hip-Hop und diversen Urban-Tanzstillen wie Locking, Popping und House. Seit 2005 arbeitet er als Trainer, Choreograph und Tänzer. Sein Tanzstil zeigt eine Kombination aus HipHop Elementen,
verschiedenen Kampfsport Bewegungen und zeitgenössischem Tanz. Im Jahre 2010 beginnt er als Tanzlehrer im Tanzhaus NRW zu unterrichten, wo er die neue Jugend-Tanzkompanie sowieso HipHop-Projekte mit Jugendlichen leitet. Er ist Mitglied der Tanzkompanies E- Motion / Renegade und ein Crew-Mitglied der Tanzgruppe Flying Steps, die mit ihrem Tourmodell Flying Bach dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiert. 2017 gewann er den Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf als Nachwuchskünstler der darstellenden Kunst. Mit seinem Kollektiv Mood Dance Company wurde er nach Berlin/Potsdam zum Tanztreffen der Jugend Berliner Festspiele 2021/22 eingeladen. 2022 hat er mit From nothing to one sein erstes Solo-Stück in Düsseldorf präsentiert.

Babylon | Jäckie Rydz, Copyright Jäckie Rydz

BABYLON | Jäckie Rydz

Performance | Sprachen: Deutsch, Polnisch, Englisch

In BABYLON untersuchen drei Trans-Performer*innen die Möglichkeiten von queerer Reproduktion. Mit poetischen Texten und einem immersiven Bühnenbild bauen sie den biblischen Mythos der sündigen Stadt Babylon nach. Als queere Körper infiltrieren sie den heiligen Raum der Katholischen Kirche und verleiben sich deren queerfeindliche Narrative ein. In drei Teilen erproben sie sich als Reproduktionsfiguren der Mutter, Hure und Braut. BABYLON erfasst multilingual auf polnisch, deutsch und englisch den Generationskonflikt der Reproduktion und hinterfragt deren Glücksversprechen.

Bios

Jäckie Rydz hat Bühnendesign an der Universität der Künste Berlin und Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen studiert. Jäckie hat seit 2019 in zahlreichen Aufführungen performt und Bühnen und Kostüme designt, darunter Bühnendesign für Kinderstar von 6-8 von Zaungäste Kollektiv bei Mousonturm Frankfurt und PAM! des PAM! Kollektiv im Ackerstadtpalast Berlin. Als politische*r Aktivist*in hat Jäckie von 2019 bis 2021 Schwangerschaftsabbrüche für Menschen aus Polen organisiert, 2021 und 2022 am SCHLAU Aufklärungsprogramm für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt teilgenommen und 2023 das Soundlabor SOUNDQUEER? in Wien organisiert.

Nikolas Tomislav Stäudte hat Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen studiert. Nikolas hat als Produktionsassistent, Performer, Kostümbildner u.a. für She She Pop gearbeitet. Nikolas war 2018 und 2021 Teil des organisatorischen und kuratorischen Teams des hungry eyes Festivals.

Martix Navrot ist Performer, queerer Rapper und Dichter, KI-Forscher und Entwickler von Extended reality Neuheiten. Er ist eine Hälfte des queeren Künstler*innen-Duos Eternal Engine und Teil des Nerdka-Kollektivs. Martix arbeitet mit Medien wie 3D, Video, VJ-Sets, AV, VR, AI sowie mit realen Objekten oder performativen Vorträgen. 2016 -2019 war er Mitglied der queer-feministischen Underground Performance-Gruppe namens Pussymantra. Aktuelle Projekte sind u.a. Xenon-Performance in der Foksal Gallery Fundation, Enter The Chamber in der Skala Galerie, Queer Realities (in Entwicklung), Tellurian Insider Performance beim S_P_I_T Queer Performance-Festival. Dieses Jahr wurde er in die Liste der European Change Makers of 2022 aufgenommen, die jährlich vom We Are Europe - Creative Europe Projekt veröffentlicht wird.

Credits

Regie, Bühnenbild, Text: Jäckie Rydz
Performance, Kostüm
: Nikolas Stäudte
Musik, Performance:
Martix Navrot

Neon Serenade | Benze C Werner, Copyright Ley Ghafouri

NEON SERENADE | Benze C. Werner

Tanz | Sprache: DE

Inspiriert von Gesten der Zuneigung und den Schritten von Line Dances verbindet diese Choreografie Momente der Zweisamkeit und des Vergnügens mit Momenten der Desorientierung und Unsicherheit. Neon Serenade ist ein Tanz über Cowboygurls, den Verlust von Intimität und Verhandlungen über das Begehren. Er zelebriert die Erinnerungen an vergangene Lieben, die Berührung der Hand eines Freundes, die intensive Verbundenheit mit einem aktuellen Liebhaber und Fantasien über zukünftige Verbindungen. Eine Serenade, die wir singen, zu...

Bios

Benze C. Werner ist Tänzer*in und Performer*in und lebt derzeit in Köln. Benzes Arbeit basiert auf ihrem Interesse an bewegungsbasierten Live-Performances, die Klangarbeiten einbeziehen. Andere aktuelle Interessen, die stark mit dieser Vision verbunden sind, sind queere Wahlfamilien, Porno, Politiken der Lust, des Begehrens und der Intimität. Neben anderen Kollaborationen hat Benze mit Rafaële Giovanola, Doris Uhlich, Amanda Piña, Tim Behren, Katharina Senzenberger und Özlem Alkış zusammen gearbeitet.

Ley Ghafouri ist Sounddesigner, Produzent und Live-Musiker und lebt in Köln. Anstatt sich an Genres, bestimmte Instrumente und Klanglandschaften zu binden, wird Leys Arbeit inspiriert von den Bedürfnissen die sie mit den Künstler*innen, mit denen Ley zusammenarbeitet, verbinden. Ley verschiebt Formen, Klänge und Worte, umWege zu finden, ihre gegenseitigen Sehnsüchte musikalisch auszudrücken.

Aleksandra Demina ist eine Tanzkünstlerin aus Russland und studiert derzeit an der Escola Superior de Danca in Lissabon. Neben ihrem Studium arbeitet sie als freischaffende Tänzerin. In ihrer Praxis hinterfragt sie verschiedene Körperlichkeiten und verschiebt die Grenzen des zeitgenössischen Tanzes. Sie beschäftigt sich mit der Erforschung von Flow Energien und versucht, diese durch ihren fließenden Körper zu kanalisieren. Sie tanzt leidenschaftlich gern House und Hip-Hop, umarmt deren dynamischen Charakter und bezieht ihn in ihren künstlerischen Ausdruck ein.

Daniela Riebesam ist Tänzerin und Performerin und studiert derzeit im Masterstudiengang Tanzwissenschaft. Dort lernte sie den Bereich der Dramaturgie kennen, in dem sie ihr Wissen als Tänzerin, Produzentin und Wissenschaftlerin mit ihren Interessen an Queer, Feminismus und New Materialism, um die kreative Arbeit von Künstlerkollegen zu unterstützen.

Pamela Poldo ist eine leidenschaftliche Häkelkünstlerin. Sie lernte diese Kunstfertigkeit auf dem Sofa bei ihrer Mutter, die Sie lernte es von ihrer Mutter, die es ihrerseits von ihrer eigenen Mutter lernte, und so geht es viele Generationen von Frauen zurück. Zärtlichkeit und Experimentierfreudigkeit sind in ihre Muster eingewoben. Keine Maschine ist in der Lage, Häkeln zu reproduzieren, nur Hände, die es an andere Hände weitergeben. Pamela Poldo ist auch Tänzerin, Clownin und Puppenspielerin.

Lars Ksienzyk lebt und arbeitet zwischen Köln und Berlin. Er interessiert sich für Tanz als transdisziplinäres Feld der kollektiven Arbeit mit verschiedenen Materialien wie Film, (kritische) Theorie, Journalismus, Dokumentation, Physical Theatre und Fotografie.

Credits

Konzept, Performance, Choreographie: Benze C. Werner

Co-Creation, Performance: Aleksandra Demina

Sounddesign, Komposition: Ley Ghafouri

Dramaturgie: Daniela Riebesam

Outside Eye: Demetrios Navras, Katharina Senzenberger, ander ballarin

Häkelkünstlerin: Pamela Poldo

Mentor: Sevi Bayraktar

Licht, Technische Unterstützung: Marco Wehrspann

Dokumentation, Foto: Lars Ksienzyk

Foto: Ley Ghafouri

Fotobearbeitung: Fadi Elias

BAALYA | ANAND DHANAKOTI, Copyright Öncu Gültekin, K3 Kampnagel Hamburg

BAALYA | Anand Dhanakoti

Performance

Baalya ist ein auf Bewegungen basierendes Stück, das mit Elementen der Zirkuskünste, des zeitgenössischen Tanzes, der Improvisation und der Stimme arbeitet und das Publikum in eine multisensorische Performance einlädt, die auf persönlichen Erfahrungen basiert; von Anand Dhanakoti als Straßenkind in den Straßen von Bengaluru und von den in Zirkuskünsten ausgebildeten Performer*innen. Das Stück hinterfragt, wie sich Bewegung und Tanz durch die Erfahrungen auf der Straße verändern, und stellt das indische Kastensystem auf den Kopf, indem es die Choreografie von den Füßen aufwärts denkt. Im indischen Kastensystem werden die Menschen danach eingeteilt, mit welchen Teilen ihres Körpers sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Menschen der untersten Kaste fungieren als die Füße der Gesellschaft.

Bios

Anand Dhanakoti ist Tänzer und Choreograf. Er wurde in indischen Kampfkünsten und Yoga am Kalari Gurukulam ausgebildet, studierte Flying Low bei David Zambrano und absolvierte die Hochschule für Zeitgenössischen Tanz Hamburg. Als Tänzer und Co-Choreograf hat er unter anderem mit Matej Kejzar, Abhilash Ningappa, Adam Linder und Ursina Tossi gearbeitet. Seine Stücke Baalya, Kelli, Thuli, Kntsugi und Immer wurden international gezeigt. Er hat außerdem einen Bachelor in Wirtschaft, Politikwissenschaft und Soziologie vom St. Joseph's College in Bangalore.

Eva Campanaro ist Absolventin der Ida Ballet Academy und der SEAD Salzburg Experimental-Akademie. Ihre Ausbildung erweiterte sich 2018 in der Zirkuswelt, als sie ihre ersten Erfahrungen als Choreografin bei Carampa (Madrid) und Arc en Cirque (Chambery) machte. Sie trainierte mit Lehrkräften und Artist*innen wie David Zambrano, Julyen Hamilton, Eduardo Torroja, Jerman Jauregui, Damien Jalet, Edivaldo Ernesto, Francisco Córdova und Fighting Monkey RootlessRoot. Seit 2015 arbeitet sie als Freelancerin für internationale Tanzkompanien und zeitgenössische Zirkusprojekte wie NoGravity Dance Company, Cornelia Dance Company, Bellanda Dance Company.

Yeiner Chicas ist ein nicaraguanischer Performer und Choreograf, der in Spanien lebt und die zeitgenössische Szene sowie andere künstlerische Disziplinen erforscht. Chicas hat sich auf den lateinamerikanischen und europäischen Kontinent gewagt und als Choreograf, Performer und Mitgestalter von Tanz- und audiovisuellen Produktionen mit Alpo Aaltakoski, Kati Kallio , Materia Project, ADN Dialecto, Three Brothers Project, Sedimenti Project Italy gearbeitet.

Amogh Swamy, Schriftsteller und Musiker. Bestsellerautor von Auf dem Weg zur Unendlichkeit. Musik und Dramaturgie: Navarasa Forschungsprojekt (01/2023) & Baalya, K3|Kampnagel (06/2023). Dramaturgische Unterstützung: Prana, Shakti & Pastime Sweetness. Gedichte verwendet in Panchajanya am Staatstheater-Kassel und Shakti.

LIKE, REALLY CUNT | Marje Hirvonen Choreography, Copyright Alessandro De Matteis

LIKE, REALLY CUNT | Marje Hirvonen Choreography

Performance | Sprache: EN

Like, really cunt ist ein safe space, eine Begegnung, eine Party und ein Catwalk. Fünf verschiedene, einzigartige Performerinnen, fünf Biografien auf einem Laufsteg. Like, really cunt zelebriert weibliche Energie, die über biologische Körper hinausgeht. like, really cunt ist ein Spielplatz und ein Tanzsaal; es ist spielerisch, tolerant - und extravagant. Erfinde dich selbst, sei was immer du sein willst, und du wirst gesehen!

Bio

Marje Hirvonen ist Tänzerin, Choreografin und Performerin.

In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Themen, die sie in ihrer Umgebung beobachten kann und von denen sie glaubt, dass sie in unserer Kultur von Bedeutung sind. Ihre Arbeiten sind oft interdisziplinär, experimentell und einzigartig. Ihr Hauptmedium ist der Körper.

2012 machte Sie ihren Bachelor in Tanz mit Schwerpunkt zeitgenössischer Tanz und Ballett an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Es folgten ein Master der Choreografie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin und in Performance Making am Goldsmiths Institut der University of London.

Sie arbeitete u.a. mit Reut Shemesh, Michael Portnoy und dem tanz.tausch festival zusammen. Ihre jüngsten eigenen Projekte sind LAVATANSSIT in der Galerie im Münsterland und like, really cunt, gezeigt beim tanz.tausch festival Köln.

SECOND CLASS QUEER | Kumar Muniandy

SECOND CLASS QUEER | Kumar Muniandy

Theater | Sprache: EN

Der Schauspieler und Autor Kumar Muniandy hinterfragt in seinem Stück seine Identität, seine Queerness, seine verinnerlichte Homophobie und seine Erfahrungen mit Rassismus. Inmitten dieser Begriffe und ihrer Politik sucht Kumar nach seiner eigenen Wahrheit. Ist es möglich, als brauner schwuler Mann in Deutschland zu leben und Frieden zu finden, während er die Last der Unterdrückung in seinem Heimatland trägt? Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen als tamilisch-malaysischer queerer Mensch, der in Berlin lebt, hat Kumar Muniandy ein Theaterstück entwickelt, das die Zusammenhänge zwischen verinnerlichter Homophobie, die aus den Anti-Homosexualitätsgesetzen der Kolonialzeit stammt, und dem strukturellen Rassismus, den er erlebt, untersucht. Welche Folgen hat ein solch gnadenloser Neokolonialismus für die psychische Gesundheit der heute in Deutschland lebenden queeren Minderheiten? Schließlich ist Krishna, wie auch Kumar, auf der Suche nach Vergebung und Selbstakzeptanz.

Second Class Queer ist Nhaveen gewidmet.

Bio

Nach seinem Bachelor in Schauspiel an der Guildhall School of Music & Drama in London arbeitete Kumar Muniandy als Filmproduzent, Schauspieler und Regisseur. Er spielte in mehreren Kurzfilmen und Theaterstücken mit und ist Autor des autobiografischen Dokumentarfilms Sunny Boy, der auf zahlreichen Festivals weltweit gezeigt wurde. Er ist Autor, Regisseur und Darsteller von Second Class Queer, zuerst im English Theatre in Berlin aufgeführt. Seine letzte eigene Arbeit White Talcum Powder wurde 2023 beim KAUM Film Festival in Berlin gezeigt.

IMPATIENTS | Carla Wyrsch, Copyright Joe Bauer

IMPATIENTS | Carla Wyrsch

Physical Theatre | Sprache: DE

IMPATIENTS. how to make a theatre piece without being depressed afterwards? ist ein Physical Theatre Stück, das sich mit der Pathologisierung von Queerness und psychischer Gesundheit aus einer queeren Perspektive beschäftigt.

Bios

Carla Wyrsch, geboren 1996 im Ruhrgebiet ist Performer*in, Schauspieler*in und Theatermacher*in an der Schnittstelle von Physical Theatre, Performance, Visual Arts und Theorie. Nach einem Bachelor-Abschluss in Angewandter Theaterwissenschaft in Gießen studiert Carla nun Physical Theatre in Essen. Während Auslandsaufenthalten studierte dey in Prag und an der Norwegian Theatre Academy in Fredrikstad. Carlas Arbeiten als freie Theatermacher*in und Performer*in wurden auf Festivals und in Spielstätten der freien Szene gezeigt, u.a. Tanzhaus nrw, Tanzfaktur Köln, Maschinenhaus Essen, SoloDuoFestival Köln, ZeitZeug Festival Bochum oder Hungry Eyes Festival Gießen. Gemeinsam mit Meret König und Valentin Schwerdfeger bildet Carla das Physical Theater Kollektiv „Sticky Fragments“. Sie haben bisher die Stücke „Wenn wir Glück haben, dann löst es uns ganz auf“ (2021), „Choking on Stardust“ (2022) und „Try to Catch a Falling Knife“ (2023) entwickelt. In deren Arbeit interessiert sich Carla besonders für transdisziplinäres Arbeiten, intersektionalen und queeren Feminismus und die ständige Neubefragung von Theater und Gesellschaft.

Denis Okatan (1990) studierte Germanistik und Kulturanthropologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und bewegt sich als Performer*in und Schauspieler*in in der Freien Szene. Denis Okatan studiert seit 2023 Physical Theatre an der Folkwang Universität der Künste in Essen und ist Stipendiat*in der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2022 performte Denis Okatan mit dem internationalen Live-Art Collective United Cowboys im Museum für Angewandte Kunst Köln und für die Dutch Design Week in Eindhoven in der durationalen Performance “BIOTOPE”. Denis tanzte als Teil eines interdisziplinären Folkwang-Kollektivs u.a. in der Oval Office Bar des Schauspiel Bochums in dem immersiven Stück “SYNTHOPIA” und wirkte als Regieassistenz in der Stückentwicklung “(S)CARING” der Physical Theatre Company KimchiBrot Connection mit. Besonderes Interesse der Darstellenden Künste gilt der Repräsentation queerer Körper und neuer Narrative unter einem intersektionalen Ansatz.

Joe Bauer studiert freie Kunst in der Klasse von Suchan Kinoshita an der Kunstakademie in Münster. Joe entwirft Kostüme für Theater und Performance und hat Kostümbilder für P14 Jugendtheater-Produktionen an der Volksbühne in Berlin entworfen sowie für Physical Theatre-Stücke an der Folkwang Universität der Künste. In deren eigener Arbeit entwirft Joe Szenarien und Installationen aus physischen Kostüm-Charakteren und digitalen 3D-Animationen.

Zoélie Guckert, geboren 1998 in Frankreich studierte Ballett und Modern Dance am Tanzkonservatorium von Lyon sowie Modernen Tanz an der Folkwang Universität der Künste. Sie hat einen Bachelor in Theaterwissenschaften an der Universität Lyon absolviert und studiert seit 2021 physikalische Theaterpädagogik an der Folkwang Universität der Künste. Sie arbeitete als Dolmetscherin u.a. für Habitat von Doris Uhlich im Rahmen des Britney X Festivals des Schauspiel Köln sowie Die Infantin der Bandwürmer, Text von Anaïs Clerc und Regie von Amelie von Godin an der Folkwang Hochschule und an der Ernst-Busch-Hochschule.


Sofia Olivia Holz
, geboren 2000 in Viterbo, Italien studiert nach einem Abschluss in Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Ruhr Universität Bochum seit 2021 Physical Theatre an der Folkwang Universität der Künste. Sie nahm am Kunstkolleg Montepulciano teil und war Mitorganisatorin des Fullspin Festivals 2021.
Von 2015 bis 2022 war sie insgesamt 3 Spielzeiten am Grillo Theater in der Eigenentwicklungen in Theatergruppen tätig. Sie war 2022 in Konzeption und Spiel des Stücks Happy Birthdeath beteiligt. 2023 realisierte sie die Eigenproduktion: Can you hear sweat?, ein Physical Theatre Stück über weibliches Show-wrestling.

FRUTTA FRESCA | Marco Merenda, Copyright Ilaria Moschella

FRUTTA FRESCA | Marco Merenda

Performance, Physical Theatre | Sprache: EN

"Alessia, bin ich nur eine Marke? Ich ersticke unter dem Gewicht von Milliarden von leeren Dosen MUTTI Passata. Mein kleiner italienischer Arsch klemmt zwischen einer Postkarte aus Rimini und einem Toskana-Brotaufstrich. Alessia, ich will dir nicht mehr zu Diensten sein. Alessia, ich will mich nicht mehr für dich ändern. Alessia, ich will mich nicht mehr erklären müssen. Ich bin es leid, eine Sommerromanze zu sein."

Das Performanceprojekt FRUTTA FRESCA zeigt einen offenen Dekonstruktionsprozess. Zwei in Deutschland als südländisch gelesene Performer*innen eignen sich durch Choreographie, Physical Theatre und Sprache mehrere auf Italiener*innen bezogene kulturelle Stereotype an und treten als „hyper-italienische“ Drag-Gestalten auf die Bühne. Auf der Suche nach ihrem authentischen Sein – ihrer Identität jenseits externer, kulturell bedingter Zuschreibungen – schaffen sie im Laufe der Performance Teil für Teil ihre Verkleidung ab. Anhand persönlicher Erfahrungen sowie theoretischer Diskurse versucht FRUTTA FRESCA die schmale Grenze zwischen Wertschätzung, Exotisierung und Identitätszuschreibung performativ herauszustellen.

Bio

Marco Merenda ist ein*e deutsch-italienische*r Performancekünstler*in mit Schwerpunkt auf Regie, Dramaturgie, Performance und Physical Theatre. Deren Performanceprojekte zielen darauf ab, anhand einer queeren In-Yer-Face-Ästhetik erleuchtende Denkprozesse in den Zuschauenden anzustoßen. 2017 schloss dey ein Bachelorstudium in Sprach-und Literaturwissenschaft an der Università degli Studi di Pavia und im Februar 2022 einen Master in Performance Studies an der Universität Hamburg ab. Marco arbeitet als freischaffende*r Performer*in in Hamburg und kollaboriert unter anderem mit Kotka Gudmon, Glitch AG, Swaantjie Gieskes, Christopher Ramm, Mab Cardoso, Nágila Analy Freitas Reis und Carolina Burandt.

Karin Rossi ist eine italienische Schauspielerin und Performerin. 2017 absolvierte sie einen Bachelor in Cultural Heritage Studies an der Università degli Studi di Milano. 2019 schloss sie ihre Schauspielausbildung an der Scuola di Teatro Proxima Res (Mailand) ab. Aktuell arbeitet sie als freischaffende Theaterpädagogin und Performerin in mehreren Theatergruppen (Dramatrà, Polveri di Scena, Compagnia Malakarne). Außerdem hat sie in der 2021 auf Kampnagel uraufgeführte
Performance ENTER THE MUUVE (Künstlerische Leitung: Marco Merenda) mitgewirkt.

Margherita Scalise ist eine Theatermacherin und Dramaturgin aus Italien. Sie lebt derzeit in Brüssel und arbeitet in Belgien, Italien und anderen europäischen Ländern. Nach ihrem Bachelor-Abschluss in Kulturerbe-Studien an der Università Cattolica del Sacro Cuore (Mailand) und in Theaterregie an der Civica Scuola di Teatro Paolo Grassi (Mailand) arbeitete sie als Regieassistentin und Choreografin für Wim Vandekeybus/Ultima Vez in Brüssel (seit 2019). 2021-22 nahm sie am europäischen Projekt Micro&Macro Dramaturgy in Dance und an den Studien der International School of Theatre Anthropology unter der Leitung von Eugenio Barba und Julia Varley teil. Sie ist Mitbegründerin von R.A.C. (Regist_ A Confronto), dem ersten italienischen Berufsverband für Theaterregisseur*innen.

Christopher Ramm absolvierte 2016 den B.A. in Theaterwissenschaft und Politik an der FU Berlin und 2019 den M.A. in Performance Studies an der Universität Hamburg. Seit Oktober 2023 studiert er den M.A. Multi Media Composition an der HFMT Hamburg. 2020/21 war Christopher Stipendiat*in des stART.up Stipendiums der Claussen Simon Stiftung. Sie ist als Performer*in, Regisseur*in und Soundkünstler*in tätig und bewegt sich zwischen Doku-Fiktion, immersiver Installation und Langzeitperformance. Soloarbeiten von Christopher Ramm waren u.a. auf Kampnagel, im Lichthof Theater, im Pathos Theater München und beim Hauptsache Frei Festival in Hamburg zu sehen.

Credits

Konzept, Performance, Künstlerische Leitung: Marco Merenda

Performance, Co-Creation: Karin Rossi

Sound, Performance: Christopher Ramm

Dramaturgie, Lichtdesign: Margherita Scalise

Maskenbild: Giulia Limone

Kostüm: Leander Steve Oelmann

Outside-Eyes: Pauline Schönfelder, Marco Fragnelli

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg und das Bezirksamt Hamburg-Mitte. Unterstützt durch: Hamburger Sprechwerk, Probebühne im Gängeviertel, Studiohaus Osten, Unterstützungsfonds der WIESE eG.

Eintritt Pay what you can (5/12/18/25€)

Ort Ringlokschuppen | Am Schloß Broich 38 | 45479 Mülheim an der Ruhr

Eine Koproduktion von

Gefördert durch