Vortragsreihe Produktives Streiten
Die Diskussionskultur befindet sich in der Krise. Es wird aus verhärteten Positionen gegeneinander angeredet, aber nicht mehr produktiv miteinander gestritten. In den Sozialen Medien herrscht bei der Konfrontation polarisierender Themen ein toxisches Klima aus Diffamierung, Moralisierung und Verspottung. Argumente auszutauschen, um sich vielleicht sogar von der anderen Meinung überzeugen zu lassen – heute beinahe undenkbar, sagt Felix Urban, einer der Herausgeber des Buchs „Produktives Streiten – Auswege aus einer defizitären Debattenkultur.“
Dieser Befund steht vielleicht symptomatisch für die Vertiefung gesellschaftlicher Gräben, wie wir sie heute überall erleben. Gruppen, Parteien und sonstige Zusammenschlüsse von Menschen kämpfen mitunter aggressiv an der Durchsetzung ihrer eigenen Partikularinteressen. Auf der Strecke bleibt dabei aber zunehmend die Möglichkeit eines Positionswechsels, die Bereitschaft sich vielleicht sogar von der gegensätzlichen Auffassung durch gute und rationale Argumente überzeugen zu lassen.
Das Auseinandertreiben der Gesellschaft spiegelt sich in ihrer Debattenkultur. Was das mit Moralisierung, gegenwärtigen politischen Kämpfen, evolutionsbiologischen Aspekten und postfaktischen Verhältnissen zu tun haben könnte und welche Auswege es aus dieser Misere gibt, diskutieren wir mit verschiedenen Gästen in unserer Reihe „Produktives Streiten - Auswege aus einer defizitären Debattenkultur?“ anhand aktueller polarisierender Themen.
Gefördert von der lokalen Partnerschaft für Demokratie Mülheim an der Ruhr im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“
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