Der Knacks

kainkollektiv

Theater
Freitag 17. Juni 2011, 19.30 Uhr
Samstag 18. Juni 2011, 19.30 Uhr
Knacks 11

Die Szenencollage „Der Knacks“ umkreist Fitzgerald und seine kongeniale Frau Zelda, zunächst auf dem Höhepunkt der Jazz-Ära, deren Chronisten und Glamour-Helden sie zugleich waren. Scott und Zelda ergeben sich mit Leib und Seele, mit Champagner, Partys und Bucherfolgen einem Zeitgeist, der sich schon damals in turbokapitalistischer Überbietungslogik erschöpfte. Das alles spielen Patrick Dollas und Katja Stockhausen so intensiv, dass in der kleinen Friedhofskapelle für knapp zwei Stunden die große Welt in der Luft liegt – und ihre erlittene Durchdringung zwischen den Zeilen. Das vibriert.

"Im Grunde ist alles Leben ein Prozess des Niedergangs“, schreibt der amerikanische Autor F. Scott Fitzgerald in seinem autobiografischen Essay „Der Knacks“ von 1936. Dieser Satz ist Ausdruck einer unheilbaren Erschöpfung, gleichzeitig jedoch von großer politischer Kraft.

Nach der großen Weltwirtschaftskrise, die derzeit als Erklärungsmodell für die (Finanz-)Krisen der Gegenwart herhält, erhebt Fitzgerald Einspruch gegen das endlose Weiterströmen der globalisierten Gesellschaften: Welche Risse hinterlässt eine solche Krise in den Subjekten? Ist das Leben bereits erschöpft, wenn wir erschöpft sind?

In den Splittern, Resten und Fragmenten, die der Knacks hinterlässt, funkelt plötzlich die Erinnerung an eine Zeit, in der eine andere Zukunft möglich schien. Diese andere Zukunft ist in den Texten von Scott F. und Zelda Fitzgerald eingefroren wie in einem Kristall. Das Zersplittern dieses Kristalls fördert Ungewöhnliches zutage: Bilder, Sounds und Sätze, schillernde Bruchstücke in einem Theater des Knackses.

Besetzung

Inszenierung und Ausstattung kainkollektiv (Fabian Lettow, Mirjam Schmuck) Dramaturgie Sabrina Bohl Mit Patrick Dollas, Katja Stockhausen Musik Mirjam Schmuck

Eine Koproduktion von

Gefördert durch