Wessen Erinnerung zählt

Mark Terkessidis

Lesung und Diskussion
Sonntag 26. September 2021, 12.00 Uhr
Mark Terkessidis | Foto: Andreas Langen

Über den deutschen Kolonialismus wird in den letzten Jahren heftig diskutiert. Straßennamen, Denkmäler, die Sammlung von Museen, Geschichtsunterricht - vieles steht dieser Tage auf dem Prüfstand. Dass die Kolonialperiode in afrikanischen Ländern in die Erinnerung zurückkehrt, ist zweifellos erfreulich, aber sollte in der „postkolonialen“ Sichtweise nicht auch das deutsche Eroberungsstreben in Richtung Osten eine Rolle spielen? 150 Jahren waren hauptsächlich polnischsprachigen Gebiete von Preußen oder dem Deutschen Reich besetzt - warum nenen wir das nicht Kolonialismus?

Und was bedeutet das für unsereren Rassismusbegriff, der zunehmend nur noch in den Kategorien von „weiß“ und „schwarz“ funktioniert? Der lange Schatten der deutschen „Kulturmission“ findet sich heute in vielen Phänomenen - im Umgang mit der „Schuldenkrise“, mit Migration und Flucht und im alltäglichen Rassismus.

Mark Terkessidis, freier Autor und Migrationsforscher, lebt in Berlin und Köln. Beiträge zu den Themen Jugend- und Populärkultur, Migration und Rassismus in „tageszeitung“, „Die Zeit“, „Süddeutsche Zeitung“, „Freitag“, „Tagesspiegel“, „Literaturen“, „Texte zur Kunst“, etc. sowie für den „Westdeutschen Rundfunk“, „Radio Bremen“ und „DeutschlandFunk“.

Programmreihe "Das Problem heißt Rassismus!"

Die Programmreihe "Das Problem heißt Rassismus!" wird vom Ringlokschuppen Ruhr & dem Bahnhof Langendreer Bochum & dem Literaturbüro Ruhr gemeinsam veranstaltet. Die Reihe setzt sich mit Rassismus in seinen verschiedenen, auch mit anderen Macht- und Gewaltverhältnissen verwobenen, Formen auseinander und zeigt Möglichkeiten des aktiven Handelns, des Widerstands und Empowerments auf.

im Rahmen von Solidarische Landschaften

Vom 23. – 26. September 2021 finden in Mülheim an der Ruhr eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, die sich dem Thema der Diversität widmen. Neben den Spielzeiteröffnungen des Theaters an der Ruhr mit Nathan Death nach Feridun Zaimoglu in der Regie von Philip Preuss und dem HundertPro Festival Vol. III, einem postmigrantischen Nachwuchsfestivals am Ringlokschuppen Ruhr, ist Mülheim an der Ruhr außerdem Ausrichtungsort eines Encounters des PostHeimat-Netzwerks, einer Reihe unterschiedlicher Workshops zu den Themen Übersetzung, Anti-Rassismus und Critical Whiteness. Unter dem Titel „Solidarische Landschaften“ findet außerdem eine Reihe von Diskursveranstaltungen, Keynotes und Podiumsdiskussionen zum Thema „Diversität und Kuration“ statt, in der Theatermacher*innen und Kulturproduzent*innen Themen der Kunstfreiheit und Antirassistisches Kuratieren gemeinsam mit Expert*innen besprechen. Gleichzeitig sind des Weiteren Vorträge der Silent University Ruhr, ein Schauspieltraining mit Amal Omran, eine Theaterperformance vom Collective Ma’louba und eine Lesung von Mark Terkessidis aus der Programmreihe „Das Problem heißt Rassismus“ geplant.

Eintritt frei

Ort Ringlokschuppen | Am Schloß Broich 38 | 45479 Mülheim an der Ruhr

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